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Für Nebelgeräte zur Herstellung künstlichen Nebels für Unterhaltung- und technische Zwecke erwartet der Anwen­der Leistungsdaten, die ihm eine Vorstellung geben sollen, welche Nebelmengen mit dem jeweiligen Gerät erzeugt werden können. Die für elektrische Geräte üblichen Angaben, wie Wattleistung, Stromaufnahme etc. reichen zur Beantwortung dieser Frage jedoch nicht aus.
Üblicherweise wird deshalb für Nebelgeräte ergänzend eine »Nebelmenge in Kubikmetern« angegeben, die das Gerät erzeugen können soll. Diese Angabe ist jedoch problematisch, da technisch gesehen Nebelgeräte nicht wirklich ein Gas- bzw. Nebelvolumen erzeugen und darüber hinaus eine Angabe einer erzeugbaren Ne­belmenge in Kubikmetern ohne Angabe der Nebeldichte, also der Maskierungsleistung bzw. der sich ergeben­den Sicht­weite sinnlos ist.
 
Erläuterung:
In Verdampfer-Nebelgeräten wird Nebelflüssigkeit verdampft und über eine Düse in die Umgebungsluft ent­lassen. Beim Austritt des heißen Dampfs aus der Düse kondensiert dieser sofort zu Milliarden kleinster Flüssigkeit­ströpf­chen (Aerosol-Partikel) in Form eines jetzt sichtbaren Nebelstrahls. Dieser besteht jedoch nur aus Umgebungs­luft, die durch die winzigen Partikeln aus dem Gerät sichtbar wird. Ein tatsächliches Gas- oder „Nebelvolu­men“ tritt jedoch aus dem Gerät in bedeutsamer Menge gar nicht aus!
 
Der Partikelstrahl vermischt sich lediglich mit der Umgebungsluft und ergibt - je nach Inten­sität der Vermischung - mehr oder weniger große Mengen an »Nebel«. Tatsächlich wird jedoch die vor­handene Raumluft mit den er­zeugten Nebelpartikel nur »gefärbt« bzw. hinsichtlich ihrer Durchsichtigkeit getrübt, also die Sichtweite reduziert.
Wie viel sichtbarer »Nebel« bei diesem Vermischungsvorgang tatsächlich erzeugt wird, ist insofern
  1. von der Menge der verdampfter (Nebel-) Substanz,
  2. von der Intensität der Vermischung und
  3. der Lebensdauer der Nebelpartikel abhängig.
Wird vom Gerät nur wenig Nebelmittel verdampft und werden die so erzeugten Partikel in einer großen Luftmenge verteilt, ergibt sich zwar viel, jedoch nur ein sehr dünner/durchsichtiger Nebel mit geringer Maskie­rungsleis­tung (Dunst). Ist zudem noch die Lebensdauer der Nebelpartikel kurz, also dar Nebel ver­gleichsweise flüchtig, wird es schwierig bis unmöglich große Räume dicht zu vernebeln, da nicht nur die Ver­dampferleistung des Nebel­geräts nicht ausreicht, sondern sich die Partikel selbst auch noch schnell abbauen.

Zur Erzeugung eines großen Volumens von dichtem, lang anhaltenden Nebel ist also ein Nebelgerät er­forderlich, das eine möglichst hohe Verdampferleistung besitzt (Maßeinheit: Verdampfte Nebelfluidmenge pro Zeiteinheit, zum Beispiel 150 ml/Minute), dessen erzeugten Nebelpartikel möglichst gut in der Raumluft verteilt werden sowie eine Nebelflüssigkeit, die eine hohe Standzeit des fertigen Nebels ergibt.

Aus dem zuvor gesagten wird so deutlich, dass eine reine Angabe des Nebels in Kubikmeter, die ein Gerät angeb­lich er­zeugen können soll, ohne Angabe der sich ergebenden Nebeldichte (Trübungsfaktor)

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 technisch wertlos ist

Zusätzlich ist zu berücksichtigen, dass gelegentlich Verdampfer-leistungen von Nebelmaschinen mit einem Wert pro Minute angegeben werden, es jedoch häufig verschwiegen wird, dass das Gerät aufgrund unzureichender Ener­gieaufnahme (geringer Watt-leistung) oder schlechter Verdampferleistung (Wirkungsgrad) zum Teil nicht einmal 1 Minute durchgängig Nebel erzeugen kann, weil sich die Fluidzufuhr abschaltet, wenn zwischendurch nach­geheizt muss. Der Minutenwert ist so oft nur eine hochgerechnete Angabe, ermittelt aus einem kurzzeitig mögli­chen Anfangswert.

Für den chemisch/physikalisch Interessierten soll hier noch einmal darauf hingewiesen werden, dass bei der Ver­dampfung von Flüssigkeit jeder Art nur circa 22,4 Liter Gas/Dampf pro Mol (Mol = physikalische Stoffmengen­ein­heit, bei Nebelflüssigkeit entspricht dies circa 80 g bzw. circa 82 ml) erzeugt werden können. Dies ist ein Naturgesetz. Zur Verdampfung von ca. 35 ml Nebelflüssigkeit pro Minute sind kon-tinuierlich ca. 1000 W Heizenergie, unabhängig von der Zusam-mensetzung des Fluids, erforderlich. Dies beruht auf physikalischen Gesetzen, die nicht beeinflusst werden können.

Es werden jedoch zum Teil deutlich geschönte Leistungsangaben bei Geräten gemacht, wenn diese vorgeblich mehrere hundert Milliliter Nebelflüssigkeit mit einer Wattleistung von z. B. 2000 W und weniger verdampfen kön­nen sollen. Selbst ein Nebelgerät mit 3300 W (entspricht dem SAFEX®-NEBELGERÄT SNG 16), welches prak­tisch die technische Grenze beim Betrieb mit 230 V Wechselspannung darstellt, kann bereits theoretisch nur circa 115 ml Nebel­fluid pro Minute kontinuierlich als Dauernebel umsetzen.

Wenn SAFEX® oder auch andere Hersteller eine etwas höhere Minutenleistung angeben, so beruht das darauf, dass neben der Stromaufnahme während des Verneblungsvorgangs noch die gespei-cherte Energie des vorgeheiz­ten Verdampfers für kurze Zeit genutzt werden kann. Auf diese Weise werden z. B. bei dem vorgenannten Gerät circa 145 ml pro Minute für eine begrenzte Zeit verdampft. Will man jedoch kontinuierlich auf Dauer neben, muss man den Minutenverbrauch an Fluid auf den o. a. Wert von 35 ml/Minute einstellen bzw. reduzieren. 
 
Zusammenfassung:
Eine reine Angabe einer Kubikmeter-Nebelleistung eines Nebelgeräts ist irreführend. Die Geräte bezeugen gar keine Volumina an Gas oder Nebel sondern nur Partikel, die mit der vorhandenen Luft gemischt werden. Auch eine geringe Menge an erzeugten Nebelpartikeln in einer großen Luftmenge/Raum kann zwar als Nebel bezeichnet wer­den, in der Praxis sind jedoch Nebel mit einer Partikelkonzentration von deutlich weniger als 150 mg/m³ ver­gleichsweise transparent (Dunst), erst ab etwa dieser Menge kann von dichtem Nebel gespro­chen werden.

Mit dem genannten Wert pro Kubikmeter Luft lässt sich leicht überschlagen, ob die angegebenen Werte bezüglich der Verdampfung in Verbindung mit einem guten Nebelfluid die angegebenen, vorgeblich dichten Nebelmengen überhaupt ermöglichen können.

©Copyright 2018: GÜNTHER SCHAIDT SAFEX®-CHEMIE GMBH, Tangstedt

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